← Kleiner Grasbrook

Freihafenelbbrücke bleibt gesperrt: Ersatztrasse wird geplant

Kleiner GrasbrookFreihafenelbbrückeVerkehrInfrastrukturHafenCityVeddel

Die Freihafenelbbrücke bleibt nach dem Schiffsanprall vom 28. Oktober 2025 gesperrt. Inzwischen steht fest: Das Bauwerk ist irreparabel beschädigt und kann an seinem jetzigen Standort nicht wieder verkehrssicher hergestellt werden. Eine am 14. August 2026 veröffentlichte Vergabebekanntmachung zeigt nun, wie Hamburg die unterbrochene Verbindung über die Norderelbe ersetzen will.

Was passiert ist

Am frühen Morgen des 28. Oktober 2025 kollidierte ein Binnenmotorschiff mit der Freihafenelbbrücke. Nach Angaben der Polizei stießen auf dem Schiff geladene Container gegen das Bauwerk. Menschen wurden nicht verletzt und Betriebsstoffe traten nicht aus. Die Hamburg Port Authority sperrte die Brücke anschließend für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr.

Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Brücke nicht vor Ort repariert werden kann und nicht mehr verkehrssicher ist. Auch die mittlere Schiffsdurchfahrt ist inzwischen gesperrt. Das beschädigte Mittelteil soll nach den veröffentlichten Vergabeunterlagen schnellstmöglich ausgebaut werden.

Warum die Sperrung den Kleinen Grasbrook betrifft

Die Freihafenelbbrücke bildet eine direkte Verbindung zwischen dem Bereich Elbbrücken in der HafenCity und der Veddel beziehungsweise den nördlichen Zufahrten zum Kleinen Grasbrook. Straßenverkehr, Fußgänger und Radfahrer müssen seit der Sperrung auf die weiter östlich gelegenen Neuen Elbbrücken oder andere Routen ausweichen.

Damit betrifft der Ausfall nicht nur den heutigen Hafen- und Wirtschaftsverkehr. Eine leistungsfähige Verbindung über die Norderelbe ist auch für die Erreichbarkeit des künftigen Stadtteils Grasbrook und seine Verknüpfung mit HafenCity und Veddel von Bedeutung.

Ersatztrasse westlich der Neuen Elbbrücken

Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende ließ am 14. August 2026 Leistungen für das Projektkostencontrolling des Vorhabens „Brückenschlag für Hamburg“ ausschreiben. Laut Vergabebekanntmachung ist unmittelbar westlich der Neuen Elbbrücken ein neuer Brückenzug vorgesehen. Er soll als Ersatztrasse für den Straßenverkehr sowie für Fußgänger und Radfahrer dienen.

Die Veröffentlichung ist ein konkreter Planungsschritt, aber noch kein Baubeginn. Ein Fertigstellungstermin für die Ersatztrasse wird in der Bekanntmachung nicht genannt.

100 Millionen Euro im Haushaltsentwurf

Der Hamburger Senat hat im Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 bereits 100 Millionen Euro für eine belastbare Interimslösung vorgesehen. Geprüft werden nach Angaben des Senats mehrere Möglichkeiten bis hin zu einem Behelfsbauwerk. Da es sich um einen Haushaltsentwurf handelt, stehen die parlamentarischen Beratungen und die endgültige Mittelbewilligung noch aus.

Bis eine Ersatzlösung umgesetzt ist, bleibt die direkte Querung über die Freihafenelbbrücke unterbrochen.

← Alle News