Bewegung auf dem Kleinen Grasbrook?Hamburg, 10. März 2009 - "Tauziehen um ein Filetstück", schreibt das Hamburger Abendblatt in einem Beitrag. Im Gespräch sind derzeit folgende Modelle: Die Wissenschaftsbehörde prüft, ob auf der Elbinsel die Universität Hamburg neu gebaut werden könnte. Der Bekannte Architekt Hadi Teherani würde gerne seine Wohnbrücke "Living Bridge" bauen. Andere Pläne hat die Hamburger SPD: Es soll ein Wissenschaftspark gebaut werden. "Es ist nicht eine Frage, ob der Kleine Grasbrook in Anspruch genommen wird, sondern es geht darum, wann und wie", zitiert das Hamburger Abendblatt den Bürgerschaftsabgeordneten und Stadtentwicklungssprecher der SPD-Fraktion, Andy Grote.
Doch Grote will keinen Uni-Neubau auf dem Hafengelände. Ihm schwebt eher ein neues Areal vor, wo Wissenschaft und Wirtschaft eng verzahnt forschen und entwickeln können. Ein Wissenschaftspark, so wie ihn Städte wie Barcelona, Stockholm oder auch Bremen längst haben. Forschungsinstitute neben Entwicklungsabteilungen von Unternehmen würden dort in Neubauten arbeiten, so die Idee. Platz wäre für Existenzgründer, Hochschul-Einrichtungen und Bildungsstätten für die maritime Wirtschaft. Arbeitstitel des Papiers: "Wissenshafen Hamburg". "Hier wird nach der HafenCity der nächste große Schritt in der Entwicklung der Stadt passieren", sagt der SPD-Politiker. Kleiner Grasbrook: Ein Ort für Abenteuer und FreiheitHamburg, 21. Juli 2007 - Ist der kleine Grasbrook wirklich "ein unbekanntes Stück Hamburg", wie das Hamburger Abendblatt schreibt? "Australiastraße, Windhukkai, Argentinienbrücke. Auf dem Straßenschild steht "Schuppen 50-52". Das klingt nach Abenteuer und Freiheit", gibt die Zeitung zu. Das finden wir auch! Der Kleine Grasbrook e.V. hat in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und den Bewohnerinnen und Bewohnern der anliegenden Stadtteile - vor allem der Elbinsel Veddel - den Eindruck, dass eine Veränderung auf der Insel mehr denn je gewünscht wird. Nun ist die Politik gefragt. Wir bleiben dran! Betrifft: Der Streit um den Kleinen GrasbrookHamburg, 23.08.2005 - So funktioniert Politik: Wenn die eine Seite einen Vorschlag macht, dann muss die andere ihn ablehnen und das mit möglichst lautem Geschrei. Warum sollte das in Hamburg anders sein? Als der rot-grün regierte Bezirk Hamburg Mitte im Jahr 2003 den Ideenworkshop zur "Freien und Grünen Inselstadt" initiierte, musste die örtliche CDU dagegen sein. Es gab zwar keine vernünftigen Gründe - die teilnehmenden Architikten galten weder als "SPD-nah" noch kostete die ganze Veranstaltung viel Geld - doch der Vorschlag kam eben von der "falschen" Seite. Kein Wunder, dass die Pläne reflexartig als "wirtschaftsfeindlich" hingestellt werden. Ein paar Gegnargumente:
1. Es wird behauptet, die "absurden" Pläne vernichteten 1500 Arbeitsplätze. Absurd sind nicht die Pläne, den Kleinen Grasbrook zu bebauen. Absurd ist vielmehr dieser Vorwurf. Denn der Kleine Grasbrook wird teilweise überhaupt nicht, teilweise als Lagerfläche genutzt. Und die Lagerflächen sind nur zum Teil ausgelastet. Inwieweit die Bebauung einer freien Fläche Arbeitsplätze vernichtet, bedarf der Erklärung. Denn in Wirklichkeit schafft die Bebauung des Kleinen Grasbrooks neue Arbeitsplätze. Denn es entstehen neue, produktiv nutzbare Flächen.
2. Der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, Hans-Jörg Schmidt-Trenz, der das Übermaß an Bürokratie in Deutschland" beklagt, dabei jedoch auf Zwangsmitgliedschaften bei Industrie- und Handelskammern nicht verzichten mag, lehnt die Pläne der "Freien und Grünen Inselstadt" mit dem Argument ab, die Unternehmen bräuchten Planungssicherheit. Genau diese Planungssicherheit bieten die Vorschläge der Freiraumplaner und Architekten: Der Entwurf sieht ein Modulsystem vor, bei dem freiwerdende Flächen schrittweise bebaut werden. Wesentlicher Bestandteil ist die Integration vorhandener Unternehmen. Im Übrigen hat der Senat bisher keine detaillierten Pläne für den Kleinen Grasbrook vorgelegt. Zugegeben: Konsequntes Nichtstun schafft
3. Schmidt-Trenz fordert darüber hinaus allen Ernstes, die Entwicklung des Kleinen Grasbrooks so lange einzufrieren bis die Entscheidung über die Olympischen Spiel 2024 (!) gefallen ist. Dabei stehen die Pläne der Freien und Grünen Inselstadt einer Bewerbung Hamburgs bei den Olympischen Spielen nicht entgegegen. Im Gegenteil: Die geplanten Sportstätten sind vielmehr erwünscht und sollen in den neuen Stadtteil integriert werden. Der Kleine Grasbrook e.V. unterstützt die Olympiabewerbung Hamburgs.
4. Der "Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden" lehnt durch seinen Vorsitzenden Andreas Schildhauer die Pläne einer Wohnungsbebauug ab. Argument: Die Flächen seien mit Lagerhallen ausgelastet. Der Kleine Grasbrook e.V. fragt: Lieber Herr Schildhauer, sind Sie sicher, dass da nicht ein paar Elbinseln verwechslen?
Links zum Thema finden Sie hier Hamburg streitet um die Zukunft des GrasbrooksHamburg, 22. August 2005 - Um die Nutzung des Kleinen Grasbrooks ist ein Streit entbrannt zwischen dem Bezirk Mitte, der Hamburger SPD auf der einen und der CDU-Fraktion auf der anderen Seite. Während die SPD und der Bezirk Mitte die Pläne des internationalen Architektenteams unterstützen, spricht sich die CDU für eine weitere Nutzung des Grasbrooks als Lagerfläche aus. Ausgelöst hat den Streit der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs mit seiner Forderung, auf dem Kleinen Grasbrook Wohnungen zu bauen. "Dort könnte man Wohnraum für 20 000 Menschen schaffen", sagt Kahrs, der damit die Forderungen des Vereins Kleiner Grasbrook e.V. unterstützt, die Elbinsel in den "Sprung über die Elbe" zu intergireren. CDU und Handelskammer lehnen die Pläne ab. "Die Umsetzung dieser absurden Idee würde weit über 1500 Arbeitsplätze kosten", sagt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Henning Finck (CDU) gegnüber dem Hamburger Abendblatt. Außerdem verringere sie Hamburgs Chancen auf eine erfolgreiche Olympiabewerbung. Der Kleine Grasbrook wird teilweise überhaupt nicht, teilweise als Lagerfläche genutzt. Insgesamt sind 70 Unternehmen der Hafenwirtschaft auf dem Kleinen Grasbrook angesiedelt. Der Plan des Senats zum "Sprung über die Elbe" sieht vor, daß das Übersee-Zentrum der HHLA bis 2010 umgesiedelt wird. |