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Der Kl. Grasbrook
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Der Kl. Grasbrook

Ein unbekannter Stadtteil - Mitten in Hamburg



Blick über den Hamburger Hafen

Sie liegen mitten in Hamburg, doch keiner kennt sie: Rothen- burgsort, Veddel und der Kleine Grasbrook liegen nur ein paar Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Doch das Wasser lässt den Abstand größer erscheinen.

Im Kleinen Grasbrook liegt das von der HHLA (Hamburger Aktien- und Lagerhausgesellschaft) verwaltete Überseezentrum, das insgesamt 235 000 Quadratmeter Lagerflächen bietet. Daneben sorgen das Fruchtzentrum, Umschlagplatz vieler Südfrüchte, der Containerterminal und andere Industriezweige für ständigen Betrieb im Hafen. Viele Firmen nutzen die in Billbrook beheimateten Lagerhallen oder Kühlhäuser zur Aufbewahrung von Waren vor dem Weitertransport. In städtischen Diensten stehen die Wasserwerke, das Heizkraftwerk oder auch die Müllverbrennungsanlage. Viele Ämter gibt es in Rothenburgsort: die Umweltbehörde, das Hygiene Institut Hamburg und das Landesamt für Informationstechnik. Das Industriegebiet "auf der Veddel" nennt man "Peute". Hier produziert die Norddeutsche Affinerie mit 2000 Mitarbeitern Kupfer, das auch schon für viele Kirchendächer Hamburgs verwendet wurde. Speditionen und Recyclingunternehmen sind hier wie in Billbrook zu Hause. Im Kleinen Grasbrook gibt es die ältesten noch erhaltenen Lagerschuppen, die auch heute noch genutzt werden. Sie stehen am Hansahöft und sorgen bei aller industriellen Geschäftigkeit noch für ein Fünkchen Hafenromantik. 

Hafenindustrie prägt die Stadtteile
In Rothenburgsort und Billbrook findet man auch vereinzelt historische Gebäude und zahlreiche Brücken und Schleusen aus älterer Zeit. Die heutigen Anwohner leben mit dem Hafen und seiner Industrie. In Großsiedlungen auf der Veddel: Hier liegt der Ausländeranteil bei 63 Prozent. Obwohl viele Ausländer schon in der zweiten Generation hier wohnen, vollzieht sich die Annäherung der Kulturen nur langsam. In Billbrook ist Arbeitslosigkeit ein Dauerthema. Soziale Probleme sind ebenso vorherrschend. Asylbewerberheime und vernachlässigte Wohnblocks verbessern die Lage nicht gerade. Im krassen Gegensatz dazu steht das alte Billbrook im Osten, wo sogar Pferde grasen und historische Wohnhäuser idyllisch wirken. Hochhäuser und Rotklinkerbauten bestimmen in Rothenburgsort das Bild. Hier wohnen im Vergleich zu den anderen drei Hafenvierteln die meisten Menschen, während im Kleinen Grasbrook die wenigsten leben. Deswegen gibt es in Rothenburgsort wohl auch die besten Einkaufsmöglichkeiten am Rothenburger Marktplatz oder auf dem Wochenmarkt. Auf der Veddel gibt es zahlreiche türkische Gemüsehändler und den kleinsten Wochenmarkt Hamburgs.

Trotz schöner Ecken, kein idealer Platz zum Wohnen
Schlecht bestellt ist es um Restaurants. Billbrook wartet mit einem Fernfahrerrestaurant und einigen Imbissen auf, auf der Veddel gibt es ein paar Fischrestaurants. Rothenburgsort hat ganze zwei Lokale vorzuweisen. Dort liegt aber das große Forum Hotel, das jeder Autofahrer, der sich in Richtung Elbbrücken bewegt, schon mal gesehen hat. In Billbrook gibt es ebenfalls ein Hotel. Grünflächen sind recht rar. Der Peuter Elbdeich auf der Veddel oder die Billwerder Insel sowie der Elbpark Entenwerder in Rothenburgsort bieten etwas Gelegenheit zum Entspannen. Kultur könnte es möglicherweise ab 2005 auf der Veddel geben: Die Auswandererhallen der HAPAG, die Startpunkt für viele Millionen Menschen nach Amerika waren, sollen einer Dauerausstellung zu diesem Thema Raum gewähren und so eine Attraktion für Touristen aus Nord- und Südamerika werden, die auf der Suche nach ihren Vorfahren sind.
Die Industrie bestimmt das Bild dieser Stadtteile - nicht jeder will hier leben, und einige, die hier wohnen, tun das vielleicht nicht ganz freiwillig. Aber es gibt auch Besonderes zu entdecken in diesen Stadtteilen, was sie für den einen oder anderen reizvoll macht. So haben sich einige Exoten z. B. Lofts in ehemaligen Fabrikräumen eingerichtet, die in anderen Stadtteilen unbezahlbar wären.

Überblick

Der "Grasbrook" war ürsprünglich die feuchte Niederung zwischen der Stadt und der schmalen Norderelbe. Im Jahr 1549 wurde er durchtrennt. Der südliche Teil erhielt den Namen "Kleiner Grasbrook". Heute stehen hier die ältesten erhaltenen Schuppen des Hamburger Hafens. 


Bevölkerung

Gesamt (2002): 1410, davon unter 18-Jährige: 238 (16,9 %), davon 65-Jährige und Ältere: 103 (7,3 %). Deutsche: 427, Ausländer: 983 (69,7 %). Zuzüge: 408, Fortzüge: 383. Haushalte (1999): 729, Personen je Haushalt: 1,9. Fläche in qkm: 12,3. Einwohner je qkm (2002): 115.



Wohnen

Wohngebäude (2002): 85, darin Wohnungen: 680, davon Sozialwohnungen: 0. Durchschnittliche Wohnungsgröße: 53,4.


Sozialstruktur

Sozialhilfeempfänger (2002): 225 (16 %). Arbeitslose (März 2003): 135 (12,3 %).


Infrastruktur

Handwerksbetriebe (2002): 22. Niedergelassene Ärzte: 0. Apotheken (2003): 0. Kindergärten (2003): 0. Grundschulen (2002): 0. Weiterführende Schulen: 0.


Verkehr

Private Pkw (Jan. 2003): 265. Unfälle (2002): 59, mit Personenschaden: 43, mit hohem Sachschaden: 16.

Alle statistische Angaben mit Steinwerder

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